Anwenderdruck: Social Web zwingt IT-Manager zum Handeln

Global Work ForceDas Social Web und neue Technologien haben die Kommunikation im Privatleben längst verändert und drängen nun vermehrt auch in die Unternehmens-IT. Schliesslich wollen die User die selben Tools auch im Büro nutzen, deren Vorteile sie im Privaten längst kennen- und schätzengelernt haben. Das Social Web beschleunigt nicht nur den Informationsaustausch drastisch, sondern auch die gemeinsame Ideenfindung. Soziale Medien, mobile Geräte und Cloud Computing wirken sich erheblich darauf aus, wie Produkte und Dienstleistungen auf den Markt gebracht und Unternehmen strukturiert werden.

Das Ende der Vorherrschaft der IT-Abteilungen

Die Veränderungen haben auch Auswirkungen auf die technische Infrastruktur und die Rolle der CIOs in Unternehmen. Rechner wandeln sich immer mehr zu sozialen Maschinen und zu ständigen Begleitern im Berufs- und Privatleben. Das Internet erklärt sich an allen Ecken und Enden von selbst und hat das Wissen über Informationstechnik demokratisiert. Smartphones und Tablets verstärken diese Entwicklung weiter. Für die Unternehmen ergeben sich so völlig neue Herausforderungen, um Kunden dort abzuholen, wo sie viel Zeit verbringen.

Der Nutzer, also der Mitarbeiter, diktieren immer mehr, wo es in der IT-Welt langgeht. Die elitäre Ingenieursdenke, die man vielerorts noch in der IT vorfindet, hat sich überlebt. Spezialistengehabe in Kombination mit unverständlichem Fachjargon täuscht niemanden mehr. Zum Vergleich: Früher dominierten Lasten- und Pflichtenhefte beim Bau von neuen IT-Systemen den Arbeitsalltag. Der Nutzer war in diesem Szenario nur ein Störfaktor. Das alles habe sich inzwischen massiv verändert. Dank agilen Programmiermethoden können den Nutzern möglichst früh bereits umgesetzte Funktionen nutzen. Vereinfacht kann man das mit einem App Store vergleichen, dessen Angebot ständig wächst. Damit sinkt auch die Gefahr, nach einer langen Planung am Reissbrett ein völlig veraltetes System in Betrieb zu nehmen. Zudem kann man so ausreichend früh auf veränderte Bedingungen reagieren.

Die IT hinkt der Entwicklung hinterher

Mittlerweile ist es vielerorts sogar so, dass zwischen der Unternehmens-IT und der Geschäftsführung ein tiefer Graben liegt, der gerade im Bereich des Enterprise 2.0 und der mobilen IT auf unterschiedlicher Zielsetzung beruht. Der klassische CIO pocht meist auf Kostenreduktion und auf den Betrieb im Unternehmen. Impulse für mobile Applikationen kommen jedoch selten aus den IT-Abteilungen. Da dominieren eher Marketing, Vertrieb und Sales. Vielfach kommt es auch zu einem Wildwuchs ("Schatten-IT").

Das Problem ist dabei oftmals die Komplexität veralteter IT-Landschaften, die kaum mehr Spielraum lassen für neue Technologien. Wer eben Dinosaurier am Leben erhalten muss, kann sich nicht um mobile, Social Media und lokale Kundenservice-Lösungen kümmern.

Solange sich die IT-Abteilungen nicht als Enabler für neue Business-Modelle sehen, wird dies in naher Zukunft zur Herausbildung neuer Business-Units führen, die die Technologie im Unternehmen losgelöst von der IT vorantreiben.

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Von

 

Kommentare

Willyweb

Vgl. Peter Hinssen: "The New Normal"
Gruss
Span

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