Kaizen: Erfolg mit kleinen Schritten

Kaizen

Kai, japanisch für «Veränderung, Wandel» und Zen für «zum Besseren» ergeben zusammen Kaizen. Unter diesem Namen kennt man auch bei uns die japanische Denkweise, die alles darauf ausrichtet, Abläufe, Tätigkeiten und Produkte zu verbessern. Nicht sofort, auf einen Schlag, sondern permanent in kleinen Schritten.

Der Jahreswechsel ist traditionell der Zeitpunkt für gute Vorsätze. Aus diesem Grund habe ich diesen Artikel von mir wieder hervorgeholt, der sich mit dem japanischen Managementkonzept Kaizen beschäftigt. Der Beitrag erschien erstmals im November 2006 auf liberty.li.

Diese wohl bekannteste japanische Managementmethode findet auch in unseren Breiten zunehmend Beachtung. Neben der 2006 in der «NZZ» erwähnten, im Schweizerischen Rheintal tätigen Noventa-Gruppe sind es zum Beispiel auch die «Swiss International Airlines». Auslöser dieser Beliebtheit ist sicherlich auch der steigende Wettbewerbsdruck. Er verlangt in Unternehmen vom Management bis zur Basis ein verstärktes Mitdenken. Dieses wird häufig in Form von hierarchisch durchmischten Workshops praktiziert.

Der Mensch im Zentrum

Kaizen ist die «permanente nicht endende Folge von kleinen Verbesserungen aller betrieblichen Elemente unter Einbeziehung aller Mitarbeiter, Führungskräfte und der Geschäftsleitung." (fbma.de) Im Gegensatz zu anderen Managementkonzepten wie TQM (Total Quality Management), Business Reengineering oder Lean-Management setzt Kaizen nicht bei der Prozessorientierung an, sondern bei den Mitarbeitern und setzt sich zusammen aus vielen kleinen Schritten. Kaizen betont den Menschen und sein kreatives Potential zur Problemlösung. Es erfolgen also kaum Investitionen in Technologien, sondern in das «Humankapital». «Ausgaben für Personal, insbesondere für Aus- und Weiterbildung stellen demnach weniger einen Kostenfaktor als vielmehr eine Investition in die Zukunft dar. Denn gut qualifizierte und lernfähige Mitarbeiter, die für Veränderungen offen sind und diese mittragen, bilden den Grundstein für den Erfolg von Kaizen und dadurch für den Erfolg des Unternehmens in der Zukunft.» (fbma.de)

Kaizen-Schirm
Der Kaizen-Schirm nach (tu-chemnitz.de)

Die zehn Grundregeln

  • Überlege Wege für die Durchführung
  • Ausreden sind unnötig
  • Bessere Fehler sofort aus
  • Wiederhole «Warum?» 5 Mal
  • Sammle Ideen von vielen verschiedenen Personen
  • Benutze Dein Hirn, nicht die Geldbörse
  • Suche eine einfache Lösung, nicht DIE PERFEKTE
  • Vergiss starre Vorstellungen
  • Probleme sind Möglichkeiten
  • Es gibt kein Ende für Verbesserungen

Quelle: de.wikibooks.org

Es geht vor allem darum, Standardabläufe (best practices) umzusetzen und zu leben, Fehlererkennung und -beseitigung in den Prozess einzubauen und - ganz wichtig - Überflüssiges (Zeitfresser) zu erkennen und zu eliminieren. In der Produktion heisst dies zum Beispiel, dass alle benötigten Werkzeuge und Materialien griffbereit sind, um so unnötige Wege zu sparen.

Folgerichtig ist die punktgenaue Lieferung von Rohstoffen bzw. Produkten mit der geforderten Qualität in der richtigen Menge (und auch Verpackung) zum Zeitpunkt, an welchem sie tatsächlich gebraucht werden, am richtigen Ort, also das sogennante Just in Time-Verfahren, eines der wichtigsten Werkzeuge des Kaizen.

Vermeide die Verschwendung

Kaizen identifiziert sieben Faktoren der Verschwendung, die es zu vermeiden gilt: Überproduktion, Bestände, Transport, Wartezeiten, aufwendige Prozesse, Bewegung und Fehler. Um diese Faktoren eliminieren zu können, sollte ein Arbeitsplatz sauber, sicher und standardisiert sein. Kaizen kennt dazu die 6S-Bewegungen:

  • Seiri (Strukturieren, d.h. Aussortieren)
  • Seiton (Systematisierung, d.h.Ordnung)
  • Seisô (Reinigung, d.h. Sinn für Sauberkeit)
  • Seiketsu (Standardisierung, d.h. Standards setzen)
  • Shitsuke (Selbstdisziplin, d.h. Disziplin halten)
  • Shukan (Gewöhnung)

Quelle: Wikipedia DE

Die Methode des Kaizen lässt sich übrigens auch persönlich anwenden. Siehe dazu den hervorragenden Artikel von Jason Thomas im Lifehacker-Blog.

Weiterführende Literatur

  • Imai, Masaaki:
  • Leikep, Sabine:
  • Lareau, William:

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