Mobile TV World 2007

Mobile TV 2007

Letzte Woche fand in Rom erstmals die «Mobile TV World» statt. An der Fachkonferenz, die vom international tätigen Beratungsunternehmen ITEMS durchgeführt wurde, nahmen neben Handyherstellern und Netzwerkbetreibern auch Medienhäuser statt. Alle schätzen das Potential von Mobile TV als sehr hoch ein, die Nachfrage bei den Verbrauchern bestehe. Doch nach wie vor sind die technischen Hürden gross.

Hauptproblem seien die vielen Standards, meinte Serge Foucher (VP Sony Europe) in seiner Keynote. Derzeit ist die Branche noch gespalten zwischen den beiden Standards DMB und DVB-H. Die EU kündigte allerdings in einem Bericht an, DVB-H als Standard für Europa zu setzen. Dabei wird die EU offenbar von Nokia, dem grössten Hersteller von Handys, unterstützt. Dies jedenfalls sagte Serge Ferre, EU-Lobbyist von Nokia, an der Konferenz.

Markt oder Staat?

Fernsehen auf dem Handy
(masternewmedia.org)

Das Vorgehen der EU stiess auf der Konferenz nicht nur auf Gegenliebe. Die Direktorin von GSM Europe, Eirin Zafeiratou, sprach sich deutlich gegen die Einmischung staatlicher Regulatoren in den Markt aus und warf den Herstellern sogar kartellähnliche Absprachen vor. Allerdings scheint sich DVB-H derzeit in Europa durchzusetzen. In Italien und Finnland läuft es bereits, Frankreich, die Niederlande, die Schweiz und Spanien werden demnächst nachziehen. Einzig in Deutschland setzt man derzeit noch auf DMB, das sich bislang in Asien etablieren konnte.

Foucher sieht aber für den Verbraucher noch andere Hürden. Bei der Haltbarkeit der Akkus und der Bildschirmgrösse bestehe noch Handlungsbedarf. Und auch die hohen Netzkosten in Europa sind für Foucher ein Problem, da vor allem junge Leute an mobilem Fernsehen interessiert seien.

Auch die Medien wollen profitieren

Für die Medienunternehmen ist Mobile TV eine ungeheure Chance, betonte Stella Creasey, Direktorin der Abteilung für Fernsehforschung der BBC, die in Sachen Innovation unter den TV-Sendern eine Vorreiterrolle in Europa spielt. Mobile TV sei der nächste logische Schritt der Informationsgesellschaft. Sinkende Zuschaueranteile im klassischen Fernsehen könnten von neuen Plattformen wettgemacht werden, so Creasey. Zielpublikum seien vor allem die jungen Zuschauer. Im neuen Zeitalter des Rundfunks müssten die Zuschauer als Partner und Teilnehmende behandelt werden, fasst Creasey die Strategie der BBC zusammen. User Generated Content, Video on Demand und Personalisierung lauten die Zauberwörter.

Hinweis: Dies ist ein Beitrag zum Blog-Karneval des Telefon-Blogs.

Quellen: pte, Konferenzseite

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