Social Media und Compliance

Compliance
Wer darf was wo wie im Netz sagen? (stock.xchng)

Compliance, also die Einhaltung von Gesetzen, Richtlinien und freiwilligen Kodizes, ist nicht mehr nur ein Thema für Unternehmen, die im amerikanischen Markt tätig sind. Je nach Branche gibt es kaum mehr eine Organisation, die ohne entsprechende Massnahmen auskommt. Neben der internen und externen Kommunikation via E-Mail und Instant Messaging sollten Unternehmen nun vermehrt auch die Kommunikation über soziale Medien genauer beobachten. Schätzungsweise benutzen rund 20'000 Angestellte von Microsoft Social Media-Seiten wie Blogs oder Wikis. Da kann es gar nicht darum gehen, die Nutzung sozialer Medien durch die Mitarbeiter zu kontrollieren. Vielmehr sollte ein Unternehmen eine klare Policy für die Nutzung solcher Dienste aufstellen und diese auch bekannt geben. Was ist zulässig, was nicht?

Darf ein Mitarbeiter auf seinem persönlichen Blog über seine Arbeit schreiben? In den allermeisten Fällen ist dies kein Problem. Aber ist es in Ordnung, über das neue Projekt zu schreiben? Und wie verhält es sich mit Finanzkennzahlen? Besonders letzteres ist gerade für börsenkotierte Unternehmen ein sehr heikles Thema. Hier lohnt sich der Blick in die USA. Aktuell wird dort das Beispiel Whole Foods diskutiert. John Mackey, der CEO der Firma, führte einerseits einen eigenen Blog, andererseits beteiligte er sich anonym an Diskussionsforen des -Portals. Dort kommentierte er die Pläne seiner Firma, den Konkurrenten Wild Oats zu übernehmen. Als sich die Federal Trade Commission schliesslich mit der tatsächlichen Übernahme beschäftigte und herausfand, dass der CEO von Whole Foods bereits im Vorfeld öffentlich über die Pläne geschrieben hatte, stand der ganze Deal auf der Kippe und wurde nur knapp genehmigt. Mackey sah sich sogar genötigt, sich hier auf seinem CEO-Blog für den ganzen Wirbel zu entschuldigen.

weitere heikle Themen sind Geheimhaltungspflicht, Mitarbeiter von Drittfirmen oder auch ehemalige Mitarbeiter, die öffentlich im Netz ihren Frust loswerden.

Interne Nutzung sozialer Medien

Aber auch die internen Nutzung von sozialen Medien wie Blogs oder Wikis - dort, wo sie vorhanden sind - sollte klar geregelt sein. Die grösste Herausforderung stellt dabei wohl der Umgangston dar. Mitarbeitern, die privat Social Media-Angebote nutzen, muss klar sein, dass auf betriebsinternen Tools nicht einfach dieselben Regeln gelten wie im Privatleben. Es ist im geschäftlichen Umfeld zum Beispiel nicht in Ordnung, Videos oder andere Inhalte zu verlinken, die anderen sauer aufstossen könnten. Klagen wegen Mobbing, (sexueller) Belästigung und ähnliches könnten die Folge sein. Man kann durchaus sagen, dass die gute alte Netiquette bis zu einem gewissen Grad nun auch für Firmen (wieder) von Bedeutung wird.

Ob und in welchen Umfang ein Unternehmen eine Policy für die Nutzung von Social Media braucht, hängt vor allem von der (Kommunikations-)Kultur ab. Es gibt Firmen, die pflegen eine sehr offene Kultur. Dort reicht es unter Umständen aus, in wenigen Worten zu umreissen, was wo geschrieben werden darf. Andere Unternehmen mit einer eher restriktiven Kommunikationskultur, die ja oftmals branchenbedingt ist, sollten sich unbedingt ausführlicher mit dem Thema befassen.

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