O'Reilly: "Schaffe mehr Wert als du abzapfst"
Tim O'Reilly ist nicht nur Gründer und Chef des gleichnamigen IT-Verlags, sondern hat mit seinem Artikel über das Web 2.0 massgeblich das entpsrechende Schlagwort geprägt. Darüber hinaus ist er auch als Softwareentwickler in der Open-Source-Szene aktiv, zum Beispiel ist er massgeblich an der Entwicklung der Programmiersprache Perl beteiligt. Sein Engagement in der Freien-Software-Bewegung spiegelt sich aber auch in seinem Unternehmertum wider. Kurz vor Weihnachten erschien im Wired-Magazin ein Interview mit O'Reilly, in dem er seinen Standpunkt nochmals verdeutlichte.
O'Reilly kann man getrost als Pionier des Webs bezeichnen. Sein Verlag veröffentlichte bereits 1992 - also zu einer Zeit als es nur eine Handvoll Webseiten gab - das erste Buch im Internet. Zudem schuf der Verlag 1993 mit dem Global Network Navigator (GNN) die erste Portalseite überhaupt, die, nachdem sie auch als erstes Werbung online schaltete, 1995 an AOL verkauft wurde. O'Reilly, Jahrgang 1954, hat ursprünglich in Harvard klassische Altertumswissenschaften studiert und kam über das Schreiben von Benutzerhandbüchern zur IT.
Silicon Valley lebt in der Bubble
Die Frage, ob die Tech-Unternehmen den Kontakt zum Rest des Landes verloren habe, bejaht O'Reilly. Er ist der Meinung, die Leute im Silicon Valley würden nicht realisieren, dass sie in einer Blase leben, die wie bereits einmal 2001 wieder platzen wird. Das Platzen der Blase werde aber einen reinigenden Effekt haben. Jene, die mit Überzeugung säen, werden es auch weiterhin tun, nur die Goldgräber werden verschwinden.
"Der Boden ist Gemeingut"
Für O'Reilly ist der Unternehmer jemand, der "grossartigen Samen in grossartigem Boden" sät. Dieser Boden ist jedoch Gemeingut, den nichts kann aus sich selbt erwachsen. Am Anfang steht für ihn immer ein Schub an Idealismus, Demokratisierung und neuen Möglichkeiten. Können sich die Unternehmen und die Unternehmer durch ihren Erfolg etablieren, werden sie oft unbeweglich und verschliessen sich Unternehmertum, Innovation und neuen Ideen:
"Mit der Zeit nehmen die dominant gewordenen Firmen mehr aus dem Ökosystem als sie ihm zurückgeben. Wir haben das bei Microsoft gesehen, die mit einer großen Vision angetreten sind: Wie kriegen wir einen PC auf jeden Schreibtisch in jedem Haus? Das war grundlegend demokratisierend. Aber als Microsoft an die Spitze gelangte, begannen sie langsam damit, den Pfad zum Erfolg für alle anderen zu versperren."
Auch auf die Frage, welche Firma sich dies besonders zu Herzen nehmen sollte, weiss er eine klare Antwort:
"Apple. Die befinden sich eindeutig auf dem falschen Weg."
Quellen: Wired, perlentaucher
Bildquelle: Wikimedia Commons
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