Wiki und Co. in Unternehmen
Social Media ist in der Geschäftswelt angekommen. (The Network Garden)
Eines der absoluten Trendthemen - gemessen an der Anzahl publizierter Studien - ist sicherlich der anhaltende Siegeszug von Web 2.0-Anwendungen und Social Media in der Unternehmenswelt. Bei den Konzernen in Amerika besteht dabei besonders an Software für Social Networking Interesse, wie die Marktforscher von Forrester Research herausgefunden haben. Demnach soll(t)en es bis 2013 (endlich) alle verstanden haben: Social Media ist in der Geschäftswelt angekommen. Auch in Deutschland finden sich bereits Fallbeispiele (Fraport AG, Sixt AG) für erfolgreiche Wiki-Umsetzungen.
Umsätze in Höhe von 4.6 Mrd. US$ sagt Forrester Experte Oliver Young für das so genannte Enterprise 2.0 voraus. Je selbstverständlicher und nutzerfreundlicher der Umgang mit Web 2.0-Software werde, desto mehr Firmen würden in diese Richtung investieren. So gaben 56 Prozent der befragten amerikanischen und europäischen Unternehmen an, Web 2.0 auf ihrer Prioritätenliste für 2008 ganz nach oben gesetzt zu haben. Social Networking, Mashups und RSS sollen den grössten Teil der Investitionen ausmachen. Dabei geht es geht nicht um Facebook oder - diese rein konsumenten-orientierten Anwendungen werden auch 2013 in Unternehmen nicht für mehr Profit sorgen. Wenn Forrester über Web 2.0 spricht, stehen vielmehr die Aktivitäten von Mitarbeitern, Kunden, Partnern und ihren Netzwerken im Mittelpunkt. Technologien wie Ajax, Rich Internet Applications (RIA), Blogs, Wikis und soziale Netzwerke werden in den nächsten Jahren die Produktivität steigern.
Sicherheit und Kompatibilität als grösste Bedenken
Trotz der offenbaren Vorteile von Web 2.0-Anwendungen, wie der Steigerung der Arbeitseffizienz und einem ganz neuen Weg des Kundenkontakts, gebe es in einigen Bereichen allerdings noch Vorbehalte. Online-Shops beispielsweise betrachten manche Lösungen noch als zu unsicher an, andere Unternehmen fürchten Probleme bei der Einbindung von Web 2.0-Anwendungen in ihre IT-Systeme. Software-Firmen hingegen können durchaus Geld verdienen: Zuwächse im dreistelligen Millionenbereich werden jedoch nicht leicht zu erzielen sein. Die besten Marktchancen haben Firmen, die Lösungen nach dem Software-as-a-Service (SaaS)-Modell anbieten. Die Entwickler können mit SaaS-Lösungen dauerhafter von ihren Produkten zu profitieren.
Fallbeispiel 1: «Skywiki» der Fraport AG
Aber wie steht es um Blogs oder Wikis? Ein kleines Fallbeispiel aus Deutschland kann verdeutlichen, wohin die Reise geht: Auf dem «IIR-Web 2.0-Kongress» wurden kürzlich interessante Beispiele vorgestellt. Zum Beispiel das «Skywiki», das seit dem vergangenen Jahr als Knowledge Management-System bei der Frankfurter Flughafenbetreiberin Fraport AG Defizite beim Wissensaustausch beheben soll. Der Wissensaustausch entlang der Hierarchien sei langsam und fehleranfällig gewesen, so Helmut Sins, Leiter der Abteilung Digitale Mediensysteme. «Das Wiki, mit dem Fraport diesem Manko begegnen wollte, sollte kostengünstig und unkompliziert sein, die bestehende Infrastruktur nutzen und im eigenen Rechenzentrum betrieben werden.» Nach ersten Versuchen hat sich Fraport für das kostenlose MediaWiki entschieden, weil dafür viele Erweiterungen erhältlich sind und das System den Mitarbeitern aus der Wikipedia bekannt ist.
Begleitet von Marketingmassnahmen und Schulungen ging das «Skywiki» im Juli 2007 mit einer ersten Struktur, einer Styleguide und 500 Artikeln online. Heute ergänzt das Skywiki mit etwa 1'200 Artikeln, geschrieben von rund 100 Autoren, das bestehende Intranet. Die Seite wurde an das Unternehmensdesign angepasst und mit einem eigenen Logo versehen. Sins sieht in dem SkyWiki eine umfangreiche Wissenssammlung, die auch zur Kommunikation genutzt werde. Jedoch benötigt das Portal eine sowohl technische als auch inhaltliche Betreuung, die nicht zu unterschätzen sei.
Fallbeispiel 2: Wiki der Sixt AG
Die Autovermieterin Sixt AG setzt bereits seit 1999 im Intranet ein Content Management System ein, das eine sehr einfache Nutzung und ein hohes Mass an Kontrolle ermöglicht. Ermutigt durch die Erfahrungen im Einsatz der Online Kunden-Community «Carmondo» entschloss sich Sixt, auch im internen Bereich ein Wiki-System einzusetzen. Das einfache Editieren, sogenannte Spaces für die Darstellung von Gruppen, verschiedene Newsmöglichkeiten, viele Plug-ins und die hohe Sicherheit sind die Vorteile dieses Instruments. Es gibt zwar einen gesperrten Bereich für den Vorstand, sonst würde aber ein einfaches Berechtigungssystem verwendet. Die Nutzer hätten einen Anspruch auf Bottom-up-Kommunikation. Der Kommunikationsgedanke steht für Sixt auch im Vordergrund.
Quellen: forrester, iir, ecin, pte
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