Bye, bye Social Media

Reality Check

Eine Befragung des deutschen Bundesverbands Digitale Wirtschaft (BVDW) zeigt auf, dass auch in diesem Jahr die Budgets für Kommunikationsmassnahmen in sozialen Medien weiter wachsen werden. Satte 80 Prozent der Befragten aus unterschiedlichsten Wirtschaftszweigen gehen jedenfalls von einem weiteren Wachstum aus. Als besonders hoch schätzen sie die Bedeutung von Social Media für die Bereiche Öffentlichkeitsarbeit und Markenkommunikation. Aber auch speziell im Customer Relationship Management (CRM) und im Vertrieb- und Sales-Bereich gewinnt Social Media an Gewicht. Die Umfrage-Teilnehmer gaben an, dass die Aktivitäten in den sozialen Onlinemedien vor allem in den genannten Bereichen bereits eingesetzt wurden.

Die Umfrage hat auch die primären Ansprechpartner auf Kundenseite identifiziert. Diese finden sich hauptsächlich in den Bereichen Markenkommunikation und Medienstellen - was auch nicht weiter verwunderlich ist. Es ist daher mit einer zunehmenden Professionalisierung auch auf Kundenseite zu rechnen, d.h. die Unternehmen beginnen damit, eigene Social Media Spezialisten einzustellen.

Der tiefe Fall

Diese Trends kann ich aus eigener Erfahrung bestätigen. Vor einigen Jahren hat zum Beispiel eine Versicherungsgesellschaft hier in der Schweiz das von mir mitskizzierte Konzept für eine Jubiläumskampagne unter Einbezug von Social Media schlicht abgelehnt. Brauchen wir nicht. Die selbe Versicherung hat, wie ich gehört habe, unlängst nun eine Agentur mit der Umsetzung einer Social Media-Strategie beauftragt. Mittlerweile sind wir ja soweit, dass Hinz und Kunz unbedingt eine Präsenz in Facebook wollen, ohne wirklich abgeklärt zu haben, ob das wirklich sinnvoll ist.

Gartner Hype Cycle

Social Media als Thema hat für mich im bekannten Hype Cycle von Gartner klar den "Peak of Inflated Expectations" erreicht und die steile Talfahrt vor dem "Plateau of Productivity" nimmt langsam Gestalt an. Die laufende, mehrheitlich negative Berichterstattung in den Mainstream- und Fachmedien ist dafür der beste Beweis.

Time to Move On

Ich selber stand jüngst ja vor einem nicht ganz freiwilligen beruflichen Wechsel und musste mich nach dem Aus meines ehemaligen Arbeitgebers neu ausrichten. Dabei stand für mich nur fest, dass ich in der IT-Branche bleiben will. Schlussendlich hatte ich drei handfeste Angebote - zwei davon ironischerweise dank meinen Twitter-Bekanntschaften - zur Auswahl. Die drei Angebote waren schon fast exemplarisch für die aktuelle Situation. Das erste Jobangebot kam von einem mittelständischen Verlagshaus mit eigenen Lokalzeitungen, das jemanden sucht, um die gesamten Online-Aktivitäten zu koordinieren und auf Vordermann zu bringen. Das zweite von einer Agentur, die ihre Social Media-Aktivitäten massiv ausbauen will. Das letzte Angebot, welches ich dann auch ergriffen habe, war auf den ersten Blick vielleicht das langweiligste: Marketingkommunikation und PR für eine IT-Firma. Neben allen anderen Faktoren habe ich aber vor allem wegen den Geschäftsfeldern der Firma, nämlich Cloud Computing und Software-as-a-Service, und dem Umstand, dass man dort schon begriffen hat, dass Social Media "nur" ein Teil der Klaviatur und nicht alleinseeligmachend sind, zugesagt.

Diese neue Situation wird sich auch hier im Wortgefecht früher oder später bemerkbar machen, in dem sich der Fokus verschieben wird. Konkret habe ich schon länger Überlegungen angestellt, wie es hier weitergehen soll. Es wird sich demnächst einiges ändern. Ich werde wohl die Technik und die Themenwahl neu ausrichten - was bleibt, sind der Blog an sich und der Name mit der Domain. Stay tuned :)

Quellen: bvdw, pte
Bildquelle: Wikimedia Commons

, marketing, wortgefecht, neuausrichtung, abschied

Kommentare

Klaas Kramer

So richtig verstehe ich den Text nicht.
Wenn "Bye, bye" ironisch gemeint sein soll, dann erst recht nicht.

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